Interview mit Inmaculada Martinez [#1 aus der Mindful 3 Reihe]

Lilian Güntsche 15. September 2017

Wie in unse­rem letz­ten Blog‐Post „The Mindful 3” ange­kün­digt, freu­en wir uns, Euch heu­te unse­re ers­te Interviewpartnerin zum Thema Achtsamkeit in digi­ta­len Zeiten vor­zu­stel­len. Ihr Name ist Inmaculada Martinez und wir tra­fen uns zum ers­ten Mal in einem span­nen­den sokra­ti­schen Design‐Workshop von Rudy de Waele und Humberto Schwab, wo Gedanken der Philosophie denen der Technologie begeg­ne­ten (sie­he Blog‐Post hier). Nachdem Inma und ich eine gemein­sa­me Meditation zusam­men gemacht hat­ten, fühl­ten wir eine sofor­ti­ge Verbindung, die sich seit­dem stets fort­ge­setzt und wei­ter­ent­wi­ckelt hat. 

Bevor wir nun zu den Interviewfragen kom­men, hier noch ein paar ein­lei­ten­de Worte zum beruf­li­chen Hintergrund von Inmaculada Martinez, eine über­aus beein­dru­cken­de und inspi­rie­ren­de Persönlichkeit. 

Mobile Sunday 2016 – Image ©Dan Taylor/Heisenberg Media
heisenbergmedia.com

Inma ist ein „Tech‐Pionier” in der mobi­len und digi­ta­len Industrie seit den 90er Jahren, Gründungen führ­ten zu erfolg­rei­chen Exits und Wachstumsraten einer Reihe von High‐Profile‐Tech‐Startups in Großbritannien und Finnland. Fortune und TIME haben sie zudem als eines der Top‐Talente Europas im Bereich des „mensch­li­chen digi­ta­len Engagements” beschrie­ben.

Silicon Valley’s Red Herring hat sie als eine der Top 40 Frauen in Technologie‐Innovationen ein­ge­stuft und FastCompany beschreibt sie als „fire­star­ter”. Als eine Datenwissenschaftlerin, die die ers­te A.I. Plattform für die Personalisierung von mobi­len Datendiensten ent­wi­ckel­te, ist sie der­zeit ein Venture Partner bei Deep Science Ventures, ein Tech & Sciences Accelerator und Investmentfond. Als Arbeitswissenschaftlerin bei Right Brain Future führt Inma wei­ter­hin eine Reihe von A.I. und Datenprojekten im pri­va­ten Sektor von Cyberspace Sicherheit in der Bildung, intel­li­gen­te Häuser und intel­li­gen­te Städte bis hin zur Präzision von Viehzucht und mensch­li­cher Analytik für Produktinnovationen. Seit über 10 Jahren ist sie Beraterin der EU‐Technologiekommission und unter­stützt der­zeit eine neue Initiative zur Regulierung von A.I. Entwicklung im Robotik‐Zeitalter. 

Mindful 3 mit DIGNIFIED Inmaculada

Die fol­gen­den drei Fragen sind ent­nom­men aus dem Buch „Achtsamkeit in digi­ta­len Zeiten”.

1. Was bedeutet Achtsamkeit für dich und wie würdest du ihre Auswirkungen beschreiben?

Mir per­sön­lich hat die Möglichkeit mich neu zu ori­en­tie­ren und vor 20 Jahren in die Spiritualität zu wech­seln erlaubt, mich zu jeman­dem zu ent­wi­ckeln, die ver­steht, dass der Mensch nicht nur ein phy­si­scher Körper ist, son­dern ein Vier‐Körper‐System, das aus­ge­wo­gen wer­den muss: ein kör­per­li­ches, acht­sa­mes, emo­tio­na­les und spi­ri­tu­el­les Wesen, das jeden Tag auf einer Vielzahl von Ebenen wach­sen, nicht nur altern, muss. Ich wur­de dank der Kraft von Meditation und Energieheiltherapie davor „geret­tet“, durch den Druck, ein Overachiever zu sein, in die Selbstentzündung zu ent­glei­sen. Das ist die ehr­li­che Wahrheit und ich fühle kei­ne Angst und Hemmung, dies öffent­lich mit ande­ren zu tei­len. Mein Leben hat sich buch­stäb­lich hin zu einem „ich“ ver­än­dert, das ruhi­ger, auf­merk­sa­mer und sich der Anmut des Universums bewuss­ter ist, und das in sich selbst und in das Leben an sich ver­traut, mir dabei zu hel­fen, mei­ne Ziele in einer ehr­li­chen, gütigeren Art und Weise zu errei­chen, von der ich selbst und auch alle ande­ren Beteiligten pro­fi­tie­ren kön­nen.

Wenn ich von Spiritualität spre­che, mei­ne ich nicht „Dogma“, also den Glauben an ein gött­li­ches Wesen. Spirituell zu sein lässt dich mit allen Wesen der Schöpfung in Verbindung tre­ten: mit der Natur, mit Kindern, mit älte­ren Menschen, die dei­ne Hilfe brau­chen, mit ande­ren Menschen, denen wir in unse­rem Alltag begeg­nen. Verbinden bedeu­tet ein offe­nes Herz dafür zu haben, zu lie­ben und geliebt zu wer­den, eine gütiger Mensch zu sein und dafür nichts zu erwar­ten, nur weil es die rich­ti­ge Art des Seins ist. Viele Religionen haben das Wort „Spiritualität“ aus­ge­nutzt, aber es ist eine Art des Seins, die mensch­li­cher nicht sein könn­te.

Wir wer­den als spi­ri­tu­el­le Wesen gebo­ren und es ist unse­re Aufgabe in die­se Richtung zu wach­sen und in alle vier Richtungen unse­rer Existenz, so weit wir kön­nen.

Achtsamkeit heut­zu­ta­ge ist die Ausrichtung, die vie­len Menschen ihr vol­les Potenzial, die Notwendigkeit sich vier­di­men­sio­nal zu ver­wirk­li­chen, bewusst macht. Es ist der ers­te gro­ße Schritt und der wich­tigs­te, unse­re erfüllten Schicksale mit posi­ti­vem Sinn zu leben.

2. Wie beeinflusst Achtsamkeit dein eigenes Leben (geschäftlich und privat)?

Ich ver­su­che, jeden Abend zu medi­tie­ren, um mich selbst vom Schmutz des Tages „zu rei­ni­gen“, vor allem an Tagen, an denen ich aus­lau­gen­de Meetings hat­te oder im nega­ti­ven Netz ande­rer gefan­gen wur­de, was wirk­lich dei­ne eige­ne posi­ti­ve Energie und guten Schwingungen auf­brau­chen kann. Ich nut­ze die­se Zeit auch, um den nächs­ten Tag zu pla­nen und mei­nem gan­zen Sein zu sagen, dass es, außer sich sie­ben Stunden im Bett aus­zu­ru­hen, repa­rie­ren soll, was auch immer repa­riert wer­den muss, ob das nun Zellen und Organe sind oder ein klei­ner Schmerz im unte­ren Rücken oder mei­ne Emotionen. 

Einige Meditationsfreunde haben die groß­ar­ti­gen Ergebnisse gelobt, die sie durch Meditation am frühen Morgen errei­chen, aber dies passt nicht zu mei­nem Rhythmus. Wenn ich auf­wa­che sprin­ge ich ger­ne in mei­nen Tag: Ich mache dann mein Workout an der Ballettstange, mei­ne Dehnübungen, gebe mich mit Freude mei­nem Kaffee hin und bin ein­satz­be­reit. Für mich ist der Abend da, um run­ter­zu­fah­ren, er ist per­sön­li­cher und inti­mer.

Jeder muss sei­ne eige­ne per­fek­te Zeit fin­den. Vielleicht ist dies mit­ten am Nachmittag eine Pause zu machen, drau­ßen vor dem Büro in einem Café zu sit­zen, um mit offe­nen Augen zu medi­tie­ren, die Welt mit inne­rer Ruhe wahr­zu­neh­men und zu ver­su­chen, in allem, was man sieht Schönheit zu fin­den. Ja, auch das kannst du machen. Und es ist auch acht­sam.

3. Warum denkst du, dass eine Frau wie Lilian N. Güntsche die Richtige ist, um ein Buch über Achtsamkeit in der modernen Zeit zu schreiben?

Inmaculada Martinez & Lilian Güntsche bei einer fröh­li­chen Unterhaltung im Waldorf Astoria, Berlin

Lilian bringt nicht nur eine flo­rie­ren­de Karriere als Digital Strategist, Künstlerin und Unternehmerin mit, son­dern auch ein ehr­li­ches Verständnis für die Bedeutung, die Gesellschaft mit Werten und Praktiken zu huma­ni­sie­ren, die jeden von innen her­aus zuguns­ten der Außenwelt ver­bes­sern wer­den. Mit ihrem Buch hat sie dies mit Achtsamkeit, Güte und einer groß­ar­ti­gen posi­ti­ven Art getan.

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Wenn du mehr von Inmaculadas Ansichten über Achtsamkeit in digi­ta­len Zeiten erfah­ren möch­test, kannst du das kom­plet­te Interview im Buch „Achtsamkeit in digi­ta­len Zeiten” lesen. Wo? Einfach das Buch hier auf Amazon bestel­len oder das Kapitel „Stimmen aus der Praxis” direkt her­un­ter­la­den

Darüber hin­aus möch­ten wir dar­auf hin­wei­sen, dass Inmaculada Martinez auch als Gastautorin für die Huffington Post aktiv ist. Ihr Artikel Mindful Luxury ver­mit­telt ein bril­lan­tes und moder­nes Bild auf das Thema der Achtsamkeit und dazu wie „Millennials ihre Lebensstile hacken”. Vielen Dank an die­ser Stelle auch an Inma für die freund­li­che Erwähnung von The Dignified Self im Rahmen die­ses schö­nen Blog Beitrags <3  Mehr dazu hier.