From Business to Being: Der Weg aus dem Hamsterrad

Lilian Güntsche 28. Februar 2017

Ein Film sorgt der­zeit für Aufmerksamkeit in Deutschland. Nein, ich mei­ne nicht Oscar‐Abräumer „LaLa Land” oder „Fifty Shades of Grey”, son­dern ein beacht­li­ches Crowdfunding Projekt zum Thema Achtsamkeit in der Wirtschaft: „From Business to Being”. „Der Film From Business To Being erzählt die Geschichte drei­er Führungskräfte, die sich auf die Suche nach Wegen aus dem „Hamsterrad des Getriebenseins“ gemacht haben (…) Ihre Motivation: der Wunsch nach mehr Begeisterung, Sinnhaftigkeit und Authentizität bei ihrer Arbeit”, so heißt es in der Filmbeschreibung auf der Website (Trailer zum Film). In der Annahme, dass „eine bes­se­re Arbeitswelt und Gesellschaft mit der Bewusstwerdung des Einzelnen beginnt”, beleuch­tet der Film auf ein­fühl­sa­me und ver­ständ­li­che Weise das Thema „Achtsamkeit” (From Business to Being). 

Ich bin per­sön­lich der fes­ten Überzeugung das Achtsamkeit im Business – oder auch „Mindful Management” wie ich es in mei­nem Buch nen­ne – unbe­dingt in die heu­ti­ge Berufswelt und in die Führungsetagen gehört. Nicht nur, dass Achtsamkeit zu mehr Effizienz, Produktivität und Kreativität führt, es redu­ziert auch die Krankheitstage in den Unternehmen, denn das Immunsystem wird sehr posi­tiv beein­flusst. Ich glau­be die „Ruhe in der Beschleunigung” ist der logi­sche Gegentrend in einer Zeit, die durch Geschwindigkeit regiert wird (sie­he auch zum Thema: „Achtsamkeit – die Kraft der Gegenwart”, erschie­nen im „Mindful Business Report” des Zukunftsinstituts).

Ich habe mich daher aus per­sön­li­cher Leidenschaft für das Thema Achtsamkeit sehr über die groß­ar­ti­ge Initiative von den Filmemachern Hanna Henigin und Julian Wildgruber gefreut und bin natür­lich eben­falls ins Kino gegan­gen um das Projekt zu unter­stüt­zen. Auch Euch möch­te ich den Film ans Herz legen. 

Falls ihr noch überlegt, hier ein paar persönliche Eindrücke zum Film „From Business to Being”. 

  • Vom Crowdfunding ins Kino!
    Wirklich beein­dru­ckend ist die Entstehungsgeschichte des Films. 91.952,33 € wur­den per Crowdfunding für die Produktion des Films gespen­det! Das zeigt die Nachfrage und das Interesse an dem Thema „Achtsame Wirtschaft”. Wirklich eine klas­se Initiative mit viel Herz. Das merkt man auch in jeder Minute des Films. Hier steht Bedeutung und Authentizität im Mittelpunkt. 
  • Sympathische Protagonisten schaf­fen Nähe zum Thema.
    Ähnlich wie in dem wun­der­ba­ren Film „The Shift” – from Ambition to Meaning” von Dr. Wayne Dyer, wird auch in „From Business to Being” mit per­sön­li­chen Geschichten und Anekdoten von der sym­pa­thi­schen und gut gewähl­ten Protagonisten gear­bei­tet. So haben wir zum Beispiel einen ehe­ma­li­gen Investmentbanker, der wohl der Typ „Schneller – Höher – Weiter” war und heu­te in den Bergen fern­ab von der frü­her so domi­nie­ren­den Berufswelt und Leistungsgesellschaft lebt.

    Quelle: From BusinessTo Being, (Url: http://business2being.com/de/)

    Er genießt die Liebe zur Natur und ver­gleicht das Leben mit dem Erklimmen von Bergen. Eine schö­ne Metapher, die mich per­sön­lich sehr ange­spro­chen hat. Immer wie­der wol­len wir den nächs­ten Berg bestei­gen. Doch wenn wir oben sind, kön­nen wir kaum den Moment genie­ßen und suchen schon wie­der nach der nächs­ten Aufgabe und Herausforderung. Das führt irgend­wann zu Stress und einem Gefühl des Unglücklichseins. Die Kunst liegt eben mehr dar­in, den Weg bereits zu genie­ßen und auch den Moment zu wert­schät­zen. Das lehrt uns die Achtsamkeit. 
  • Viele wich­ti­ge Lehrer unse­rer Zeit wer­den im Film vor­ge­stellt.
    So auch Jon Kabat‐Zinn, der Achtsamkeitsvater, Medizinprofessor und Gründer des MBSR‐Progamms. Er wid­met sein Leben der Aufgabe, welt­weit Menschen durch Achtsamkeit zu hei­len. In dem Film „From Business to Being” wird er inter­viewt und beleuch­tet ein paar sei­ner Grundthesen und Arbeitsmethoden. Den Zuschauern wird ein guter Eindruck über die heu­te so wich­ti­gen und essen­ti­el­len Basisgedanken der Achtsamkeit ver­mit­telt. 
  • Schöne Bilder und geschick­tes Spiel aus Ruhe und Beschleunigung.   
    Der Mix zwi­schen Aufnahmen der schnel­len Welt in der wir leben, ange­fan­gen mit einer Schnellstraße, die als ers­te Einstellung den Film eröff­net, und ruhi­gen Naturszenen, habe ich als sehr pas­send und gut gewählt emp­fun­den. Die Berglandschaften waren sehr schön und mach­ten Lust auf mehr. 
  • Wechsel zwi­schen Deutsch und Englisch for­dert Aufmerksamkeit. 
    Einige Szenen sind in deut­scher, ande­re in eng­li­scher Sprache. Natürlich nach­voll­zieh­bar bei den vie­len inter­na­tio­na­len Größen, die hier doku­men­tiert wur­den. Andererseits kann es teil­wei­se auch ver­wir­rend sein für den Zuschauer. Mich per­sön­lich hat es nicht gestört, man soll­te sich aber des­sen bewusst sein, dass viel mit Untertiteln gear­bei­tet wird und die Augen daher etwas arbei­ten müs­sen in dem Film. Es ist also Aufmerksamkeit gefragt. Aber auch das passt ja zum Thema. 
  • Beruhigend und ent­span­nen­des Kino‐Erlebnis. 
    Der Film „From Business to Being” hat durch sei­ne Handlung und das Zeigen vie­ler Achtsamkeitsübungen und Entspannungsmethodiken irgend­wie selbst bereits eine medi­ta­ti­ve Wirkung. Ich fin­de man ver­lässt den Film ent­spannt und in sich ruhend. Eine schö­ne Abwechslung im hek­ti­schen Alltag. Ich habe anschlie­ßend sehr gut geschla­fen. :-)

Insgesamt: Prädikat Wertvoll.

Herzlichen Glückwunsch an das Team von Mindjazz Pictures und allen Mitwirkenden von „From Business To Being”. Eine tol­le Initiative, die ich ger­ne unter­stüt­ze, wo ich kann. Mehr davon! 

Also ab ins Kino, lie­be Freunde und anschau­en!
Hier gehts zu den Terminen von „From Business to Being”.

Jetzt den Trailer anschau­en: From Business To Being – Official Trailer

Quelle Titelbild: From Business To Being, Facebook Page