Finger weg vom Smartphone! Aber ich muss doch noch.…

Heike Scholz 26. November 2015

Ich erwi­sche mich häu­fig dabei, fast ohne dar­über nach­zu­den­ken, nach dem Smartphone zu grei­fen. Eigentlich ohne ein bestimm­tes Ziel, so sehr ist die­ses Tun schon zur Gewohnheit gewor­den.

Studien zei­gen eben­falls, dass wir sogar bis zu 214 Mal am Tag nach unse­rem digi­ta­len Begleiter grei­fen. Jüngere Menschen, „Millennials” genannt (16−30 Jahre alt), sind mitt­ler­wei­le 49 Tage pro Jahr mit ihren Smartphones beschäf­tigt.

Ich hat­te ja schon ein­mal dar­über geschrie­ben, wie wir uns manch­mal selbst beschum­meln, um das Gerät in die Hand zu neh­men, nur kurz auf die Uhr zu schau­en, um dann doch irgend­wo im Web hän­gen zu blei­ben.

Auch in die­sem Artikel geht es mir nicht dar­um, die Geräte zu ver­teu­feln oder sie für unser Verhalten ver­ant­wort­lich zu machen, son­dern ich möch­te klei­ne Tipps geben, wie man viel­leicht ein paar Mal weni­ger zu sei­nem liebs­ten Gadget greift.

Das Smartphone wird so erst smart

Daher heu­te ein kur­zer Blick auf Automatisierungstools‐ und -funk­tio­nen, die unse­re Geräte so haben oder die wir ihnen geben kön­nen. Da ich Android‐Nutzerin bin, emp­feh­le ich Lösungen für die­ses Betriebssystem. Für iPhones gibt es sicher­lich ver­gleich­ba­re Apps.

Ziel ist es, wie­der­keh­ren­de Routinen zu auto­ma­ti­sie­ren. Zum Beispiel:

  • Immer wenn ich in mein Auto ein­stei­ge, soll das WLAN abge­schal­tet (Akku scho­nen), Bluetooth ein­ge­schal­tet (Verbindung mit dem Soundsystem) und Google Maps gestar­tet (Navigation) wer­den.
  • Oder es soll immer nachts der Flug‐ oder Energiesparmodus ein­ge­schal­tet wer­den, damit in der Zeit der Akku geschont wird und durch den ein­ge­schal­te­ten Flugmodus kei­ne Anrufe oder Benachrichtigungen zu mir durch­drin­gen. 
  • Oder ich möch­te, dass mein pri­va­tes Smartphone immer, wenn ich das Büro betre­te, auf stumm geschal­tet wird. 
  • Oder immer wenn ich mein Yoga‐Studio betre­te, soll eine mei­ner Playlists abge­spielt wer­den.

Um nun sol­che Automatismen zu kre­ieren, muss man immer einen Trigger haben, also einen Auslöser, damit das Telefon weiß, wann es die­sen Modus aus­füh­ren soll. Als Trigger kön­nen ver­schie­de­ne Dinge, also ihre An‐ oder Abwesenheit oder ihr „Auftauchen”, genutzt wer­den, zum Beispiel Uhrzeit, Ort (GPS oder Mobilfunkmasten), WLAN/WiFi, Bluetooth oder auch NFC‐Funkchips (Near Field Communication). Je nach App sind sowohl Kombinationen meh­re­rer Trigger als auch das manu­el­le Auslösen mög­lich.

Die beste App? Wie immer Geschmackssache

Mit sehr umfang­rei­chen Lösungen wie zum Beispiel IFTTT (If This Then That) oder Zapier las­sen sich natür­lich Unmengen von Triggern und Routinen zwi­schen Web‐Applikationen set­zen, aber die meis­ten machen für die hier beschrie­be­nen Szenarien nicht so viel Sinn. Dennoch soll­tet Ihr Euch IFTTT und Co. mal anschau­en, wenn Ihr sie noch nicht kennt.

Wenn ich Euch nun neu­gie­rig gemacht habe, dann schaut Euch doch ein­mal Llama (kos­ten­frei),  Tasker (2,99 Euro, kos­ten­freie Trial‐Version) oder Trigger (kos­ten­frei) an.  Sicherlich gibt es noch mehr und eine Suchmaschine hilft Euch bei der Auswahl sicher­lich wei­ter.

Je nach Gerät, Betriebssystem und Version des Betriebssystems gibt es auch Automatisierungsfunktionen direkt auf dem Smartphone. Ich habe zum Beispiel das OS (Operating System, also Betriebssystem) CyanogenMod12 auf mei­nem OnePlus One und kann schon vie­le Routinen in den Systemeinstellungen set­zen. Schaut bei Euch doch mal unter „Einstellungen”, viel­leicht habt Ihr sol­che Funktionen auch schon on board und braucht gar kei­ne App.

Welche Tricks wen­det Ihr an, um Euer Smartphone öfter mal links lie­gen zu las­sen? Nutzt Ihr dafür auch Apps oder ver­grabt Ihr es zum Beispiel ein­fach tief in der Tasche? Erzählt uns davon in Euren DIGNIFIED Moments. Wir freu­en uns dar­auf.

Auf dem Bild ist ein Automat aus dem Musée des Arts et Métiers in Paris. Quelle: Wikimedia, André Alliot