Warum die Sammlung von „dignified moments“ zu mehr Glücksgefühl führt

Kirstin Kailbach 2. Dezember 2016

Der Begriff „Achtsamkeit“ ist in aller Munde und beschreibt, was wir Coaches, Blogger, Yoginis, Meditationslehrer, Therapeuten und vie­le mehr uns zum Auftrag gemacht haben, nach­hal­tig in die Gesellschaft zu tra­gen. Den Sprung zu schaf­fen, von einer eso­te­ri­schen Ecke über Anti‐Stress‐Programme und Burnout‐Prophylaxe hin zu einer moder­nen Lebenshaltung, ein MUST‐HAVE und MUST‐BE eines jeden moder­nen gesun­den erfolg­rei­chen, selbst­be­stimm­ten und zeit­ge­mä­ßen Menschen.
Berührt es Dich wirk­lich?

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Foto: Shutterstock

Der Achtsamkeit nähern wir uns von ver­schie­de­nen Richtungen und jeder hat einen oder meh­re­re Sätze bereits schon gehört: „mach mal Pause, ernähr dich gesund, mach mal wie­der Sport, hör auf Deinen Bauch“ Das alles klingt zunächst nach erho­be­nem Zeigefinger und so als hät­te uns Mama frü­her gezwun­gen Rosenkohl zu essen. Weil es halt gesund und ver­meint­lich gut für Dich ist. Und das ist – obwohl wir alle wis­sen, wie wich­tig Gesundheit ist, den­noch zu abs­trakt. Es berührt uns nicht im Alltag, geht uns nicht unter die Haut, ist nicht attrak­tiv genug. Meistens ist es immer noch so, dass erst dann, wenn uns die Gesundheit fehlt, sie uns wich­tig wird.

 

Ein neues Verständnis von Gesundheit 

Eine der Hauptaufgaben von uns Achtsamkeits‐Predigern ist daher ein neu­es Verständnis von Gesundheit zu eta­blie­ren. Von Gesundheit, nicht als Abwesenheit von Krankheit, son­dern als Zufriedenheit, Lebenslust, Glückempfinden, Entspanntheit. Einem Punkt, an dem wir uns rund­um wohl füh­len. Mit unse­ren Jobs, unse­ren Privatleben, unse­rer Work‐Life‐Balance. Und das abso­lut Beste und das abso­lut Schwerste dar­an: Diesen Punkt zu fin­den und zu hal­ten, liegt in unse­ren eige­nen Händen.
Achtsamkeit ist nichts, was wir nur ler­nen in einem Kurs oder lesen in einem Buch und dann wie­der ver­ges­sen. Achtsamkeit beglei­tet Dich ab dem Tag, an dem Du Dich für sie ent­schei­dest, tag­täg­lich.

Achtsamkeit ist eine Form der Selbstliebe.
Achtsamkeit ist Respekt ande­ren und Dir selbst gegen­über. Achtsamkeit ist Würde. Achtsamkeit hat 1000 Facetten und doch nur ein Ziel: dei­ne Wahrnehmung Dir selbst und Deiner Umwelt gegen­über zu schär­fen, damit Du wie­der lernst im Hier und Jetzt zu sein, dich und das Leben zu spü­ren und genau jetzt ganz bewusst zu leben.
Natürlich brau­chen wir auch Zeiten, in denen wir im Gestern und im Morgen leben: wir dür­fen aus Fehlern ler­nen, reflek­tie­ren. Wir dür­fen Zukunft, unse­ren Erfolg und vie­les mehr pla­nen. Doch auch hier geht es um ein bewuss­tes Tun in Deinem Tages‐, Wochen‐, Lebensablauf: Wieviel Zeit möch­test Du inves­tie­ren für ges­tern, heu­te und mor­gen? Und der Großteil der Zeit soll­te im Heute sein, noch genau­er: im jet­zi­gen Moment.

Das Ziel ist die Selbstbestimmung, Achtsamkeit der Weg.
„Be in the now“, nennt es etwas Eckart Tolle, „Carpe diem“ ist ein viel gepos­te­ter Facebook Spruch. Um Worthülsen mit Leben zu fül­len, dür­fen wir FÜHLEN, war­um es wirk­lich Sinn macht für uns, jetzt hier und heu­te zu SEIN. Nur im Hier und Jetzt kön­nen wir den Duft des selbst geba­cke­nen Kuchens rie­chen, kön­nen wir den gol­de­nen Herbst in sei­ner Farbenpracht bewun­dern wäh­rend uns eine küh­le Herbstbrise um die Nase weht. Nur im Hier und Jetzt kön­nen wir auf dem Gesicht unse­res Partners Freude und Liebe erken­nen, nur im Hier und jetzt kön­nen wir ent­schei­den, ob wir über eine Situation lachen oder uns über sie ärgern, hier und jetzt kön­nen wir ent­schei­den, was wir als nächs­tes Tun –im Hier und Jetzt sind wir 100% selbst­be­stimmt und eigen­ver­ant­wort­lich.

Das Gefühl der Selbstbestimmung (wieder‐) zu erlan­gen ist eine zen­tra­le Herausforderung jedes ein­zel­nen heut­zu­ta­ge.

Unzufriedenheit, Erschöpfung, sich‐gehetzt‐fühlen – gehen wir die­sen Themen auf den Grund, hängt es meist auch mit dem Thema „ich füh­le mich fremd­be­stimmt“ zusam­men. Häufig füh­len wir uns durch Arbeit, Alltag und Familie fremd­be­stimmt, mit Zeitdruck im Nacken und mit zu wenig Freiraum zum aktiv gestal­ten. Wir fah­ren irgend­wo hin und wis­sen gar nicht mehr, wie wir dort hin­ge­kom­men sind, weil wir in Gedanken nicht beim Autofahren, son­dern bei der Email waren, die es noch abzu­schi­cken gilt. Wir füh­len uns fremd­ge­steu­ert, fremd­be­stimmt, gehetzt und nicht in Balance. Das Ziel das es zu errei­chen gilt, ist daher, wie­der das Gefühl zu bekom­men, selbst aktiv unser Leben zu steu­ern. Selbstbestimmt zu sein. BEWUSST zu agie­ren.
Und wenn das Ziel die Bewusstheit des Handelns ist, dann ist Achtsamkeit unser Weg, der uns dort­hin führt. 

Wie Achtsamkeit im vollen Alltag funktioniert 

Um Achtsamkeit zu kul­ti­vie­ren, darf jeder zunächst ein­mal sein eige­nes Verständnis davon klä­ren. Was bedeu­tet Achtsamkeit für Dich? Ganz kon­kret?

Das Telefon eine Stunde auf laut­los zu stel­len. Den Fernseher beim Essen aus­zu­ma­chen. Mittagspause machen. Gut zu essen. Frische Luft zu schnap­pen. Zuhören. Freunde tref­fen. Einen Abend nur für Dich ein­pla­nen. Barfuss lau­fen. Im Meeting ganz für den Mitarbeiter da sein, nicht ins Handy schau­en. Was bedeu­tet es für Dich?

Nimm Dir Zeit bei die­ser ers­ten Aufgabe und such Dir Hilfe, wenn nötig. Das ist wich­tig, denn dies wird fort­an dei­nen Alltag prä­gen. Mache Dir einen Plan. Wenn die Momente unge­plant kom­men, nimm sie wahr – wenn Du bei­spiels­wei­se eine lan­ge Schlange im Supermarkt hast, nut­ze die Zeit, um durch­zu­at­men, statt Dich zu ärgern, dass kei­ne zwei­te Kasse auf­macht. Nimm die Momente wahr, in denen Du die Gelegenheit geschenkt bekommst, acht­sam mit Dir selbst und ande­ren zu sein.
Wenn die Momente (noch) nicht von allei­ne kom­men oder du sie nicht erkennst, dann erschaf­fe sie Dir. Plane sie ein, prio­ri­sie­re sie hoch! Und dann – bleib dran! Dokumentiere sie jeden Abend kon­se­quent für ca. einen Monat, zei­ge Deinem Unterbewusstsein und Deinen Gehirn, dass es gera­de eine neue Gewohnheit bil­det und dies kei­ne Ausnahme ist.

THE DIGNIFIED SELF und die Momente der Würde 

Die Momente der Achtsamkeit nennt mei­ne lie­be Freundin und Kollegin Lilian Güntsche, Autorin des Buches „Achtsamkeit in digi­ta­len Zeiten“ und Gründerin von „THE DIGNIFIED SELF“ auch die „Dignified moments“. Denn es sind Momente der Würde (Englisch: Dignitiy). Wenn Du bewusst agierst, wahr­nimmst, Du selbst bist. Momente der Achtsamkeit. Denn Du durch­brichst in die­sem Moment den Autopiloten und schal­test auf manu­ell. Du erlebst bewusst. Du nimmst ande­res wahr. In der Rubrik der „Dignified Moments“ (tei­len Menschen bei thedignifiedself.com ihre acht­sa­men Momente, Aha‐Erlebnisse, Erkenntnisse. Dies ist ein Bereich mit Geschichten, von denen Du Dich inspi­rie­ren las­sen und zu denen Du auch selbst mit Deinen eige­nen Erfahrungen bei­tra­gen kannst. Nutze die Gemeinschaft und Gleichgesinnte, um dran­zu­blei­ben. Einen Blog, eine Form, einen Freund, einen Kollegen.

Was pas­siert dann?
Irgendwann wirst Du mer­ken, wie es von selbst läuft – du nimmst Gelegenheiten wahr, und schaffst sie Dir, weil Sie Dir gut tun und weil sie Dich ver­än­dern. Du bist acht­sam mit Dir und Deiner Umwelt. Dadurch wirst Du mehr Glücksmomente erfah­ren, mehr Zufriedenheit emp­fin­den, denn Du lebst aktiv Dein Leben. Starte zunächst mit einem Zeithorizont von min­des­tens 21 Tagen – das ist die Zeit, die unser Gehirn benö­tigt, um neue Tätigkeiten zu Gewohnheiten zu for­men. Das heißt, nach die­ser Zeit, ist Deine inne­rer Schweine‐Hund‐Mechanismus nicht mehr so stark, denn eine Gewohnheit bedeu­tet, dass es etwas zum gere­gel­ten Tagesablauf gehört. Das macht es Dir leich­ter dran­zu­blei­ben.

Hilfreiche Tools und Dezember‐Aktion

Wie Du Deine Achtsamkeit übst und kul­ti­vierst in Deinem Alltag erfährst Du auch wei­ter­hin. Mit Start des Dezembers (1.12.16) gibt es 21 Tage bis kurz vor Weihnachten eine kos­ten­freie „Happy Morning“ – Challenge: mit Morgenritualen acht­sam in den Tag star­ten. Bist Du dabei? 
Auszüge aus den Tipps und Ritualen wer­den auch hier bei THE DIGNIFIED SELF als „Dignified Moments“ wei­ter­hin erschei­nen – viel­leicht sogar auch bald von Dir?! 

Viel Erfolg bei Deinen ers­ten Schritten und bei der Sammlung Deiner per­sön­li­chen „Dignified Moments“!

Alles Liebe,
Kirstin

Über Kirstin Kailbach
 Kirstin Kailbach ist ganz­heit­li­cher Coach und Mentaltrainerin. In kkEinzelsessions, Workshops und über den Blog beglei­tet sie Menschen in der Veränderung hin zu einem bewuss­ten Lebensstil, einem ganz­heit­li­chen Verständnis von Beruf und Privatleben und einem selbst­be­stimm­ten Leben. Durch Ihre lang­jäh­ri­ge Erfahrung als Führungskraft in der Wirtschaft arbei­tet sie sehr praxis‐ und res­sour­cen­ori­en­tert und lie­fert all­tags­taug­li­che Strategien für die Berufs‐ und Persönlichkeitsentwicklung.
„Lebe dei­ne Veränderung“ – auf Englisch „Live your chan­ge“ ist der Name des zuge­hö­ri­gen Mentorenprogramms und des Blogs.
Mehr unter: www.kirstinkailbach.de