Selfies sind gefährlich

Heike Scholz 5. Oktober 2015

Ein 66‐jähriger japa­ni­scher Tourist ver­un­glück­te töd­lich, als er am Taj Mahal ein Selfie auf­neh­men woll­te. Er stürz­te gemein­sam mit sei­nem Begleiter eine Treppe hin­un­ter und starb an sei­nen Kopfverletzungen. Sein Begleiter kam mit einem Beinbruch davon.

Dieser Unfall erhöht die Zahl der Tode, die bei der Aufnahme von Selfies ein­tra­ten für 2015 auf 12. Das sind mehr Tote als durch Hai‐Attacken. Durch die Raubfische kamen 2015 acht Personen ums Leben.

Die häu­figs­te Todesursache sind mit vier Fällen Stürze. Dicht gefolgt von Zügen, an die die Personen zu dicht her­an tra­ten oder sogar auf ihnen unter­wegs waren. 

In Russland wur­de die­sen Sommer sogar eine Kampagne zur Sicherheit bei Selfie‐Aufnahmen ver­öf­fent­licht. Anlass war im Mai eine 21‐Jährige, die mit einer Pistole am Kopf für ein Selfie posier­te und sich dabei schwer ver­letz­te als sich ein Schuss lös­te.

Auch in die­sem Sommer wur­de der Waterton Canyon in Denver, Colorado geschlos­sen, weil Besucher schlicht zu vie­le Selfies mit wil­den Bären machen. Eine ziem­lich gefähr­li­che Sache für die Menschen und eine mas­si­ve Störung der wil­den Tiere.

Im Yellowstone National Park wur­den meh­re­re Touristen ver­letzt, als sie Selfies von sich und wil­den Bisons machen woll­ten.

2014 such­te die Polizei nach einem ‘Selfie‐Mann’, der mit­ten im Stierrennen von Pamplona sein Smartphone zück­te, womit er sich und ande­re mas­siv gefähr­de­te. Es wur­den sogar 3.000 Euro auf ihn aus­ge­setzt.

Aber nicht immer sind gleich wil­de Tiere im Spiel. die Sportler bei der Tour de France hat­ten schon im letz­ten Jahr schwer mit Leuten zu kämp­fen, die unbe­dingt ein TDFSelfie ergat­tern woll­ten.

http://twitter.com/zodoyle/status/485827528511463425/photo/1

http://twitter.com/adbritton/status/485851746749931520/photo/1

Der Wunsch man­cher Menschen, ein ganz beson­de­res Foto von sich zu haben und damit ande­re zu beein­dru­cken scheint bei eini­gen so über­mäch­tig zu sein, dass sie alle Vorsicht aus­ser Acht las­sen. Ein sehr gefähr­li­ches Verhalten, nicht nur für die ‘Selfie‐Macher” selbst, son­dern sie gefähr­den oft­mals auch ande­re Menschen oder auch Tiere.

Es hat­te Gründe, dass in die­sem Jahr in allen vier Disney Theme Parks in Orlando, Paris, Hong Kong und Disneyland Californien Selfie‐Sticks ver­bo­ten wur­den. „We stri­ve to pro­vi­de a gre­at expe­ri­ence for the ent­i­re fami­ly, and unfor­tu­n­a­te­ly sel­fie sticks have beco­me a gro­wing safe­ty con­cern for both our guests and cast,” so Disney World Sprecherin Kim Prunty.

Habt Ihr Euch oder ande­re schon ein­mal in Gefahr gebracht, weil Ihr ein beson­de­res Selfie machen woll­tet? Oder seid Ihr schon ein­mal in den Aktionsradius eines Selfie‐Stick‐Nutzers gera­ten? 

Dieser Artikel erschien zuerst auf mobi­le zeit­geist.