Top Apps für mehr Achtsamkeit

Lilian Güntsche 20. März 2016

Oft wer­de ich als Person, die im Mobile/Digital Bereich tätig ist und zudem Gründerin von The Dignified Self ist, einer Initiative für mehr Achtsamkeit in der digi­ta­len Zeit, gefragt, ob es auch Apps gibt, die uns dabei hel­fen kön­nen, mehr Achtsamkeit im Alltag zu erfah­ren. Und klar natür­lich – da gibt es eine App dafür! Und zwar jede Menge. Auch in mei­nem kürz­lich absol­vier­ten Achtsamkeitstraining MBSR nach Jon Kabat‐Zinn bei Achtsamkeit des Herzens in Berlin (sehr zu emp­feh­len übri­gens!), wur­de ich von eini­gen Kurs‐Teilnehmern dar­um gebe­ten ihnen ein paar Anwendungen auf dem Smartphone zu emp­feh­len. Daher hier mei­ne aktu­el­len Lieblings‐Apps für mehr Achtsamkeit.

Einige der Apps im Bereich Mindfulness (Achtsamkeit) ran­gie­ren bereits immer häu­fi­ger unter den Top Apps in den App Stores. Auch hier kön­nen wir also einen stei­gen­den Bedarf und Interesse an mehr Achtsamkeit fest­stel­len. Anwendungen, die sich der Technologie zunut­ze machen und auf mehr inne­re Ausgeglichenheit, Gegenwärtigkeit und Fokussierung ein­zah­len, fas­se ich per­sön­lich ger­ne unter dem Begriff „Mobile Mindfulness” zusam­men.

Top Mobile Mindfulness Apps:

  1. Headspace – die­se Anwendung wur­de von einem Mönch ent­wi­ckelt und gehört zu den erfolg­reichs­ten Apps im Bereich Mindfulness (Achtsamkeit). Headspace lie­fert gera­de mit sei­nem Take 10‐Programm einen sehr guten und schnel­len Einstieg in die Welt der Meditation. Headspace arbei­tet pri­mär mit geführ­ten Meditationen.
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    Foto: Headspace (https://www.headspace.com/)

    Das ist nicht für jeder­mann das rich­ti­ge, aber gera­de am Anfang kann es sehr hel­fen, hier einen Einstieg zu fin­den. Jede der Meditationsübungen im kos­ten­lo­sen Basiskurs „Take 10” geht nur 10 Minuten. Das Geheimnis liegt hier weni­ger auf der Dauer als auf der Regelmäßigkeit. Das was wir regel­mä­ßig tun ent­wi­ckelt sich zu einer Gewohnheit und wird irgend­wann ein Teil von uns. Die Meditationen sind bei Headspace in eng­li­scher Sprache und wer­den mit nied­li­chen Animationsvideos erklärt. Der Youtube Kanal von Headspace lie­fert eini­ge Videos für einen Einstieg sowie Hintergrundinformationen zu den Vorteilen und posi­ti­ven Auswirkungen von Meditation.

  2. Die Achtsamkeit‐App – die­se Anwendung bie­tet sehr viel Vielfalt, da man nach kos­ten­lo­sen Download auch kos­ten­pflich­ti­ge in‐App Angebote wei­te­rer Meditationen nut­zen kann. Hier fin­den sich auch eini­ge der welt­weit bekann­ten spi­ri­tu­el­len Lehrer wie­der, z.B. von Eckhart Tolle, Jon Kabat Zinn usw. Meditationen in unter­schied­li­cher Länge ste­hen hier zur Verfügung, von 3 bis zu 30 Minuten. Es kön­nen aber auch stil­le Meditationen gewählt wer­den, die selbst ein­ge­stellt mit einem Klangschalen‐Gong begin­nen und enden. Eine Erinnerungsfunktion der App hilft dabei die täg­li­che Routine der Meditation ein­zu­hal­ten. Hier geht es zu der App fürs iPhone, hier für Android.
  3. 7 Mind – die­se Anwendung ist aus der Schmiede Deutschlands und bie­tet 7 Minuten Meditation für jeden Tag. Es gibt einen Grundkurs sowie spe­zi­fi­sche Meditationen in Stress‐Situationen oder beim Warten. Praktisch für unter­wegs.
  4. PAUSE – die­se kos­ten­pflich­ti­ge iOS‐App der Firma Pausable und USTWO ist ein wenig anders als dieiphone-6-mockup-threesome-1024x768 ande­ren Mindfulness‐Apps. Sie setzt auf geziel­te Fokussierung und Tai‐Chi‐Bewegungsabläufe ange­wandt auf Farben und Formen. Die App wur­de durch den ehe­ma­li­gen Nokia Mitarbeiter Peng Cheng pro­gram­miert, der eine per­sön­li­che Leidenschaft für Achtsamkeit ent­wi­ckelt hat in schwie­ri­gen Zeiten eines gesund­heit­li­chen Burn‐Outs. Hier erzählt er die Entstehungsgeschichte von PAUSE. Innerhalb der App wer­den ver­schie­de­ne Kreise, wie man es von einer Lavalampe kennt, mit dem Finger gezeigt. Die Bewegungen der bun­ten Lavalampen‐Kreise sol­len für eini­ge Minuten mit dem Finger auf dem Touch‐Screen ver­folgt wer­den. Hierbei gilt es also dar­um sich nur auf eine Sache zu fokus­sie­ren und sich nur dar­auf zu kon­zen­trie­ren. „Wir alle sind in der Lage, unse­ren Finger über den Bildschirm eines Smartphones wan­dern zu las­sen, bis­lang hat­te das nur kei­ner­lei tie­fe­re Bedeutung”, so erklär­te Cheng in der Wired.
  5. Buddhify – Buddhify ist eine kos­ten­pflich­ti­ge App der Firma Mindfulness Everywhere. Sie hat eben­falls die Meditation als Fokus gewählt und setzt auf das moder­ne Leben, das unter­schied­li­che Einsatzszenarien hat. Sie hat bereits
    Mindfulness Cards von Mindfulness Everywhere

    Mindfulness Cards von Mindfulness Everywhere

     ver­schie­de­ne Preise gewon­nen und bie­tet umfang­rei­che  Auswahlmöglichkeiten und über 80 geführ­te Meditationen. Zur

    Foto: Mindfulness Everywhere (http://www.mindfulnesseverywhere.io/)

    Foto: Mindfulness Everywhere (http://www.mindfulnesseverywhere.io/)

     kon­tex­tu­el­len Wahl im Alltagstrubel ste­hen Reisen, zu hau­se, bei der Arbeit, auf dem Weg ins Bett usw. zur Auswahl. Hier geht’s auch zum Video. Die Firma hin­ter Buddhify hat auch soge­nann­te Mindfulness Karten pro­du­ziert, wel­che bei Kickstarter ein Crowdfunding erhal­ten haben und wel­che auch ich mit unter­stützt habe. Es han­delt sich hier­bei um bun­te Karten mit schö­nen, inspi­rie­ren­den Sprüchen, die man in der Wohnung oder auch bei der Arbeit in Meetings ver­tei­len kann.

  6. Forrest – Hierbei han­delt es sich um eine App, die auf die Produktivität setzt. Sie gilt bereits in 85 Ländern als eine der fünf erfolg­reichs­ten Productivity Apps bei Apple. Forrest hilft Ihnen dabei Ihre Smartphone‐Sucht abzu­le­gen, indem Sie einer Aufgabe fol­gen. Sie pflan­zen vir­tu­ell einen Baum. Wenn Sie Ihr Smartphone die nächs­ten 30 Minuten nicht
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    Foto: Forrest App (App Store)

    stö­ren und auch die App nicht ver­las­sen, wird Ihr Baum wach­sen. Dies führt inter­es­san­ter­wei­se dazu, dass die Nutzer Ihr Smartphone tat­säch­lich unge­ach­tet las­sen und somit mehr digi­ta­le Detox‐Zeiten für sich erlan­gen, in denen sie kon­zer­niert arbei­ten kön­nen. In der Berliner Zeitung wur­de die App wie folgt bewer­tet: „Die Begleittexte sind bei öko­lo­gi­schem Wohlverhalten moti­vie­rend; bricht sich die Online‐Sucht Bahn, wird ein Gerippe gezeigt, das aus­sieht wie nach sau­rem Regen. Das ist optisch nicht son­der­lich anspruchs­voll, funk­tio­niert aber gut als Disziplinierungsmaßnahme – wer will schon am Waldsterben schuld sein.“ (Berliner Zeitung, Nummer 61, 12./13.März 2016).

  7. 7 Minuten „Seven“ – Diese Anwendung ist viel­leicht kei­ne klas­si­sche Achtsamkeits‐Apps, aber sie ist für das kör­per­li­che Training und Körperbewusstsein sehr nütz­lich. Sie bie­tet 7‐minütige Intervalltrainings für jeden Tag. Das gan­ze wird mit einem spie­le­ri­schen Gamification Anreiz ver­se­hen, denn setz­ten Sie einen Tag aus, ver­lie­ren Sie vir­tu­ell ein Herz. Die App ist basie­rend auf dem im NY‐Times Magazin vor­ge­stell­ten 7‐Minuten‐Training und soll moti­vie­ren sport­lich dran zu blei­ben – ohne jeg­li­che Abhängigkeiten wie Internet, Fitnessgeräte oder Räumlichkeiten.  Hier geht es zur iOS Version, hier zur Android Version

Es gibt zudem auch tol­le Websites wie zum Beispiel Calm für ein paar Minuten Entspannung mit Natur‐Klängen oder Clickflows für das eigen­stän­di­ge Zusammenstellen von Yoga‐Übungen. Beide sind eben­falls als App erhält­lich.

Foto: Clickflows App Screenshot (App Store)

Foto: Clickflows App Screenshot (App Store)

Dies mal als ers­ter Überblick im Bereich Mobile Mindfulness für heu­te. Ich hof­fe es lie­fert Euch einen ers­ten Einstieg in die bun­te Welt der Achtsamkeits‐Anwendungen für unter­wegs.

Was sind Eure Lieblings‐Apps für mehr Achtsamkeit im Alltag? Lasst es uns wis­sen und teilt sie im Bereich „Dignified Momente” hier bei The Dignified Self.

Und soll­tet ihr selbst Apps im Bereich Mobile Mindfulness ent­wi­ckeln, sen­det sie uns eben­falls ger­ne zu und wir schau­en sie uns an…

Namasté! <3

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Quellenverweis zum Titelbild: Shutterstock