Urlaub ohne Social Media und Netzwerke

Gast-Autor/Guest Author 25. August 2015

Eine der schöns­ten Erfahrungen in mei­nem Leben habe ich im Kurzurlaub in den Dolomiten in 2010 gemacht. Ich hat­te mich für ein ver­län­ger­tes Wochenende mit mei­nen Eltern zum Wandern ver­ab­re­det und war irgend­wie ein­fach nur Urlaubsreif. Ständig bim­mel­te Whatapp, irgend­was gab es immer auf Facebook zu liken und auch in mei­nem pri­va­ten Mailaccount tru­del­ten immer und immer mehr Mails ein. Ich hat­te Lust auf ein Experiment. Wie wür­de es mir ohne all die­se sozia­len Medien und Netzwerke gehen? Eigentlich waren die Tage in Norditalien abso­lut per­fekt geeig­net, um das ein­mal aus zu tes­ten. Gedacht, getan: ich schrieb all mei­nen Freunden, dass ich nun vier Tage nicht erreich­bar sein wür­de. „Ja, gar nicht erreich­bar. Nein, auch nicht per Whatsapp. Richtig, auch nicht per SMS.“ Puh, mit so viel „Gegenwehr“ hat­te ich gar nicht gerech­net. Also ließ ich vor­sichts­hal­ber das Handy ganz in Deutschland und reis­te ohne mobi­len bes­ten Freund los. Was dann geschah war eigent­lich rich­tig erschre­ckend: ich lieb­te mei­ne neue „Ruhe“ von der ers­ten Sekunde an und ver­brach­te fünf wun­der­vol­le Tage off­line. Es war erstaun­lich, dass ich es gar nicht ver­miss­te und es konn­te dadurch eine Stille ent­ste­hen, die ich so gar nicht kann­te. Irgendwann hat­te ich mir mit mei­nen Eltern alles auf den mehr­stün­di­gen Wanderungen erzählt und dann war end­lich Zeit für NICHTS. Keine neu­en media­len Impulse, ich brauch­te mir kei­ne Gedanken dar­über machen, wie ich das nun fand, dass mei­ne Freunde gera­de die Mega‐Grillparty in Berlin fei­er­ten, oder zehn­fach bei Whatapp ant­wor­ten, „was ich eigent­lich gera­de so machen wür­de“. Und irgend­wann wur­den auch mei­ne Gedanken weni­ger. Es war, als wür­de man in einem Whirlpool die Blubber‐Blasen aus­stel­len: es blub­ber­te noch nach, aber danach wur­de es klar und ruhig.

Ich freu­te mich natür­lich nach fünf ruhi­gen Tagen mein Handy anzu­ma­chen und ich war mir sicher, dass ich enorm viel ver­passt hat­te. Das wirk­lich schö­ne und selt­sa­me war, ich hat­te abso­lut nichts ver­passt. Wir daten uns ein­fach nur in Echtzeit über sozia­le Medien und Netzwerke ab. Seither ist bei mir jeder Urlaub Handyfrei und manch­mal gön­ne ich mir auch einen Offline‐Sonntag.

Artikel wur­de erstellt von unse­rer Gastautorin: 

Franziska Fuchs

Franziska Fuchs

Franziska Fuchs

Expertin für Kommunikation // Herzensberlinerin // Redakteurin // Genussmensch // Naturliebhaberin // Prinzenfan //Business Coach // Verrückt nach Hunden // Mediatorin // Achtsamkeitsvernarrt // Meditationsfortgeschrittene // Netzwerker // 

Franziska Fuchs lebt und arbei­tet mit Herz und Seele als Kommunikations‐Expertin in Berlin. Seit 2015 ist sie eben­falls als Business Coach und Mediatorin unter­wegs. Franziska liebt Berlin, die Natur sowie gute und authen­ti­sche Kommunikation. Ihr Motto:  „Kommunikation darf alles sein: mutig, anre­gend, beein­dru­ckend, ein­zig­ar­tig, gren­zen­los, bele­bend, intel­li­gent, leb­haft, mit­rei­ßend, span­nend, unglaub­lich und auch pola­ri­sie­rend. Nur eines muss sie sein: ehr­lich!”